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Ciel d’orphée rendu à la terre

Der vielgeteilte Orpheus
Das Spektrum reicht von elementaren Latin-Grooves über stilisierte chinesische Tempelmusiken bis zu einer geradezu höfisch kostümierten Trauermusik nach dem Tod Eurydikes. Andererseits bricht Favre solch mitunter naiv wirkenden Schönheit mit amorphen, rhythmisch gänzlich entfesselten und schrillen Klangdelirien: Wenn es auf der Bühne wie in einem Sägewerk kreischt und dröhnt, gibt es keinen Zweifel, dass das Zucken und Zappeln der sechs Tänzerinnen im Bühnenvordergrund dem Tod Eurydikes nach dem Biss der Schlange gilt.
Im Prinzip widersetzte sich der Tanz gerade solch eindeutiger Illustrierung. Schon die Besetzung des Tanzensembles mit ausschliesslich weiblichen Tänzern vermied eine vordergründig-platte Nacherzählung des Stoffes.
(Neue Luzerner Zeitung, Urs Mattenberger)

Ciel d’orphée rendu à la terre